Rafazwonull vs Joe I/O


Was bringt es Twitter an StudiVz anzubinden?
8.07.2009, 13:39
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Martin Weigert schreibt heute auf netzwertig, studiVz plane eine Öffnung der API für Twitter um Facebook endlich etwas entgegensetzen zu können. Die Feststellung studiVz sei gegenüber Facebook wirklich Anno-Dazumal ist nicht neu. Ich habe letztes Jahr in einem kurzen Beitrag über Offene APIs geschrieben, dass die Öffnung der Schnittstellen wesentlich zum Erfolg von Facebook beitrage und habe auch dort schon sinnvolle Initiativen von StudiVz vermisst.

Die Idee, studiVz mit dem Microblogging-Dienst aufzuwerten ist im Grundsatz sicherlich begrüßenswert. Auf den zweiten Blick ist es so weit von dem tatsächlichen Nutzungsverhalten der Zielgruppen entfernt, dass es weh tut: die Nutzer von studiVz werden durch den Bologna-Prozess zunehmend jünger, und die Alternative meinVz scheint am ehesten von Gelegenheitsnetzwerkern genutzt zu werden, für die gelegentliche Profilpflege, Bildupload im VZ und Pinnwandschreiben genug des Netzwerkens sind. Bei Twitter hingegen muss man wie beim Bloggen wirklich dranblieben.

Twitter ist überflutet von Digital Natives, deren Leben das Web ist. StudiVz ist ein nettes kleines abgegrenztes Netzwerk für zwischendurch. Ich wurde neulich übrigens von meiner Friseurin gefragt, ob ich auch bei studiVz sei. Ich habe verneint, gelogen und sie gefragt ob sie twittere. Ich versuche mich auch bei Twitter, allerdings ist mein Alltag bei aller Netzaffinität nicht annähernd so stark durch das Web durchsetzt, als dass ich wirklich dranbliebe. Echter Nutzen kommt dann vielleicht auch erst durch mobiles Tweeten auf, was eine Datenverbindung und ein nicht ganz unter Studenten-Mainstream-kompatibles Handy verlangt, was gegen andere Kostenfresser eines Studiums abgewogen werden muss. An dieser Stelle möchte ich wüste Bemerkungen über Studiengebühren vermeiden und übergehe dieses Thema.

Zudem fällt auf, dass die Suche und Installation eines Twitter-Clients schon etwas mehr Affinität verlangt, als das simple Anmelden-Netzwerken-Abmelden bei studiVz oder Facebook. Bei mir an der Uni liegt die Nutzung von Twitter bei Fernerliefen, und wenn sich doch jemand einen Account zulegt, dann meist doch eher aus Neugierde und dem Wunsch zur Ingroup zur gehören als aus der rationalen Überlegung, hier liege neues Networking-Potenzial… Wirkliche viele aktive Nutzer des Kalibers Stefan Martens scheint es zumindest nicht zu geben.

Ich glaube kaum, dass es hier möglich sein wird, die beiden Plattformen erfolgreich als Gegengewicht zu Facebook zusammenzuführen. Die Nutzerprofile und ihr Verhalten im Netz sind einfach zu unterschiedlich, wenngleich der Ansatz sicherlich sinnvoll ist. Erfolgreicher, da bin ich mir fast sicher, wäre die Einführung von Apps wie bei Facebook, die zwar kaum Networking-Nutzen bringen, allerdings asynchron funktionieren, Kurzweil bieten und die Leute im Netzwerk halten. Denkbar wäre auch eine funktionierende Youtube oder Flickr-Anbindung, und eine besser integrierte Chat-Funktion.

Mehrblog sieht das Ganze übrigens völlig anders. Hier wurden 500 Nutzer im Blog befragt, welche Applikationen sie sich im VZ wünschten. 39% votierten für Twitter. Ich bin mir sehr sicher, dass hier hinterfragt werden muss, ob die 500 Nutzer, die sich an der Umfrage beteiligt haben, nicht ohnehin schon sehr netzaffine Nutzer sind, denen Twitter näher liegt als dem Durchschnitt aller studiVZ-Nutzer.

Was meint ihr?

-r-

PS: Interessante Erkenntnisse über die Nutzungs der Netzwerke in Deutschland gibt es bei den W3B-Studien.



Offene APIs: Mein Facebook wird wissen, was mein Skype ihm sagt.
23.08.2008, 10:50
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Social Software macht süchtig. Viele von uns sind ja in jungen Jahren schon zu irgendeinem StudiVZ oder Facebook-Account gekommen, die meisten zu beidem. Dann kamen Twitter und Britekite und LastFM, vielleicht Bloggs und LinkedIn und Qype und Jaiku und Hi5. Die meisten dieser Accounts vegetieren sicherlich bei vielen von uns dahin. Ich würde meinen Facebook-Account ja auch löschen, wenn ich darüber nicht von Zeit zu Zeit mit X aus Y, den ich vor 8 Jahren in Z kennengelernt habe, und der mich vor 5 Wochen über das Netzwerk anschrieb, irgendwie in Kontakt stünde.

Ich bin eher faul, was Facebook und StudiVZ angeht, deshalb bin ich dankbar, dass es inzwischen sowas wie Ping.fm und offene APIs gibt, sodass ich mit wenig Aufwand so tun kann, als würde ich Facebook auf dem Laufenden halten, obwohl ich nur irgendwo anders im WWW meine Spuren hinterlasse.

Heute habe twitter4skype entdeckt, einen Skypebot, der ohne Zusatzsoftware meine Twitter-API anzapft. Ping-FM wird sich meinen Twitter-Feed ziehen (zusammen mit eventuellen anderen Plattformen), und ihn über die API an ein Facebook-Plugin weitergeben. Fertig. Mein Facebook wird wissen, was mein Skype ihm zutwittert. Bald.

Offene APIs sind eine tolle Sache: Vor langer Zeit hat Google-Maps damit angefangen. Jetzt kann man überall sein, obwohl man nur einen Dienst nutzt. Nur StudiVZ scheint da ziemlich altbacken zu sein. Immer, wenn ich das Gefühl habe, auch dort Präsenz zeigen zu müssen, weil ich sonst Gefahr laufe, dass mein brachliegender Account gelöscht wird, muss ich mich anmelden, irgendwo meine Statusmeldung updaten („… ist am Status updaten“) und wieder ausloggen. Ich frage mich, wie lange es dauert, bis auch StudiVZ auf den Zug der offenen API aufspringt.

api_ohne_studivz

Andererseits ist fraglich, wie sehr sich der durchschnittliche StudiVZ-Nutzer für API-Mashups interessiert. Mir schien Facebook damals, als die ersten komplexen Upgrades erschienen, viel zu kompliziert und unübersichtlich zu sein. Vielleicht ist gerade eine einfaches und unabhängiges System das, was Interessierte zum ersten Mal an das Konzept der Social Software heranführt.

PS: Tut mir leid, dass auch der Blog lange brach lag. Uns fehlte die Muse. Besser Schweigen als Müll Schreiben.

-r-



Digitaler Selbstmord
6.03.2008, 21:40
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Bin heute auf einen Spiegel-Artikel gestolpert, der im Selbstversuch das Leben nach StudiVz und Xing beschreibt, und gut in die Kategorie Kommunikations-Sucht passt.



Ich maile, also bin ich
28.02.2008, 22:50
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Ich habe heute in einer freien Minute einen tollen Essay von Miriam Meckel gelesen, Professorin für Unternehmenskommunikation an der Universität St. Gallen. Sie erklärt, dass die Mehrheit der Menschen heutzutage zur Gattung des „homo connectus“ gehörten, und somit permanente kommunikative Vernetzung forderten, wenngleich sie sich von Ihr geplagt oder überfordert fühlten. Wir definierten unsere Identität und unsere Position im sozialen Leben inzwischen vornehmlich über den Grad der Vernetzung und unsere Erreichbarkeit. Und somit werde jede SMS und jede Email zum Signal, in der Welt wahrgenommen worden zu sein, und so auch zum Zeichen von Geltung und Anerkennung. Die Konnektivität werde zum Selbstzweck.

Meckel hält ein tolles Plädoyer, seine Elektrospielzeuge einfach mal auszuschalten! Ich muss schon sagen, dass ich mich ziemlich angesprochen fühle, und nicht erst seit heute ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich zum vierten Mal in der Stunde meinen Maileingang prüfe und ganz enttäuscht feststelle, dass mich die Welt erneut nicht wahrgenommen hat. Bloggen halte ich übrigens für ebenso symptomatisch, denn ein Blog ist letztendlich auch nur ein Kommunikationsportal. Zwar fühle ich mich nicht wirklich krank, muss doch aber zugeben, dass Vernetzung ein ziemliches Suchtpotential hat. Früher habe ich dieser Sucht in Form von extensiven nächtlichen LAN-Parties nachgegeben, heute ist sie zum einen sozial angesehen, zum anderen muss ich für sie nicht einmal mehr das Haus verlassen und kann mich selbst bei mir entschuldigen, indem ich mir einrede, diese Beschäftigung sei bedeutend für meinen beruflichen Werdegang.

Was meint ihr? Ich habe jetzt zumindest ein schlechtes Gewissen, checke noch einmal meine Mails und lese dann ein Buch. Vielleicht.



„Gott sei Dank dürfen wir bei Ermittlungsersuchen Daten jetzt herausgeben“
27.02.2008, 21:17
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StudiVZ-Geschäftsführer Marcus Riecke spricht im SPIEGEL-ONLINE-Interview über Ermittleranfragen, Pornofilter, Profitablität durch die neuen AGB, Werbung und das neue StudiVZ-Netz für ältere Nutzer.

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