Rafazwonull vs Joe I/O


Julia Friedrichs im F.A.Z.-Streitgespräch
20.05.2008, 19:03
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Schon lange gab es keinen Eliten-Beitrag mehr von mir, heute wird das nachgeholt:

Die F.A.Z. führt ein Interview mit Eliten-Kritikerin (und meinem persönlichen Robin Hood) Julia Friedrichs und EBS-Alumnus Martin Hess und gibt beiden die Möglichkeit, zu Friedrichs Analysen in „Gestatten: Elite“ Stellung zu nehmen. Das Gespräch scheint zwar in geordneten Bahnen verlaufen zu sein, es wird jedoch deutlich, dass die beiden nicht allzu sehr auf einer Wellenlänge liegen…

-r-



Meine Armut kotzt mich an
16.04.2008, 22:21
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Passt gut zum Thema, deshalb hier kurz einmal die andere Seite der Medaille auf Spiegel Online:

Clubs, Shoppen, Sonntagsbrunch: Das Studentenleben kann so schön sein. Wenn das Geld reicht. Trotz zweier Jobs kann die Berliner Studentin Julia, 25, nicht mithalten. Ihr Kontostand sagt Njet – und bei Unterschichtenwitzen lacht sie nur gequält mit. Ein zorniger Zwischenruf. (via Spiegel Online)



Die Zwei von der Privatuni
12.04.2008, 9:38
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Gestern Abend ist mir und Marcel etwas seltsames passiert. Gerade sprachen wir noch über das neue Buch von J. Friedrichs (ich weiß nicht, woran es liegt, aber für jemanden, der dann doch aus dem relativ strukturschwächeren Niedersachsen kommt, scheint das in Stuttgart einfach ein Thema zu sein) und fanden einen netten Platz in einer völlig überfüllten Bar, da setzten sich auch schon zwei Mädchen zu uns, die genauso nach einem Tisch suchten und sich einfach die zwei freien Stühle bei uns am Tisch schnappten und zwei Cocktails bestellten. Damit sollte unser Abend dann auch noch um ein ganzes Stück interessanter werden…

Die beiden waren jünger als wir und hatten an sich auch nicht das Bedürfnis, sich uns mitzuteilen, aber als sich die Möglichkeit ergab, fanden wir dann auch heraus, dass sie im zweiten Semester Internationales Management an der AIM in Stuttgart studierten. Das fanden wir dann umso spannender.

Auf die Frage, was sie denn damit machen wollten, antworteten sie (beide), sie wüssten es noch nicht, aber irgendetwas mit Führungsposition und Wirtschaft… Gut, dachten wir uns. Wer will das nicht.

Und warum sie sich denn für einen Internationalen Studiengang entschieden hätten?

„Weil ich irgendetwas mit anderen Ländern und Kulturen machen wollte.“
„Wo wart ihr denn schon mal?“
„Ich war ein Jahr in New York, gleich nach dem Abi!“

Marcel und ich kuckten uns an, und ich hatte kurz den Eindruck, dass er mich davon abhalten wollte, selbst zu prüfen, was ich über Elite gelesen hatte, dann machte er aber auch schnell selbst mit.

„Ihr sprecht doch auch sicherlich viele Sprachen, wenn das so international ist?“

Die beiden kicherten ein bisschen, und meinten, dass sie in der Schule Glück gehabt hätten, weil Sie mit dem Direktor dann doch irgendwie hätten ausmachen können, dass Französisch überbewertet sei und abgewählt werden könne. Mit der obligatorischen zweiten Fremdsprache sah es also nicht so gut aus. War das nicht Voraussetzung für die Allgemeine Hochschulreife? Vor allem in Baden-Württemberg?

Und wie das denn mit den Praktika bei Ihnen sei, fragte Marcel.

„Eigentlich müssen wir ein mindestens zwei monatiges Praktikum machen, aber unsere Semesterferien sind so kurz, da fahr ich, glaub ich, lieber in den Urlaub. Nichts besonderes, einfach nur Strand. Thailand oder Spanien.“

Thailand. Aha. Ich dachte mir, dass es auch an der Ostsee nette Sandstrände gibt, und dass ich die auch mal gerne sehen würde. Marcel ging es ähnlich.

„Was kostet denn eigentlich eure Uni im Semester?“

Die beiden drucksten ein wenig rum, dann meinte ich, dass sie sich mal nicht so anstellen sollten, ich könne mir ja schon denken, dass sie es nicht selber zahlten. Die beiden wussten es aber wirklich nicht. Sie hatten keinen blassen Schimmer, was Mama und Papa für sie monatlich abdrücken.

Dann fuhr auch schon meine S-Bahn und wir mussten gehen. Ich habe mich schon lange nicht mehr so gut unterhalten gefühlt. Ich frage mich, ob und zu welcher Elite die beiden zu zählen wären. Zur Bildungselite eher nicht. Ihr Lebenslauf wird sicher was anderes sagen.

Das Gespräch habe ich übrigens sinngemäß wiedergegeben. Ich will niemandem auf die Füße treten, aber so war es wirklich. War ein wenig gemein, die beiden so auflaufen zu lassen, aber sie haben es wirklich nicht durchblickt. Sogesehen, haben wir ihnen bestimmt nicht wehgetan.

Ich weiß nicht mehr, wie ich im zweiten Semester war. Ich weiß nur, dass ich mir über mein Geld schon Gedanken gemacht habe. Für gute Bildung zu zahlen hat sicherlich seine Berechtigung, sie aber einfach als gegeben zu akzeptieren, ohne sich über ihre Kosten im Klaren zu sein, treibt mich zur Weißglut.

Um 02:34 habe ich dann noch eine Mail von Marcel bekommen (der jetzt auch die übermäßige Beschäftigung mit diesem Thema versteht), die mich freundlich auf die Kosten eines Studiums an der AIM hinwiesen, und ich möchte sie hier kurz vorbehaltlich Marcels Einspruch einfügen (steht übrigens auch auf der Seite der AIM, nur falls jemand mit dem Gedanken spielt, sich dort einzuschreiben) :

Studiengebühren

Die Studiengebühren betragen insgesamt für drei Jahre 21 780 € und können in monatlichen Raten von 36 x 605 € entrichtet werden. (also grob 4000 euro dauerauftrag vom Elternkonto pro Semester + Wohnungsgeld u. Taschengeld würde ich schätzen > runde 5000)

Die Studiengebühren beinhalten die Unterrichtsgebühren für drei Jahre, die Unterrichtsgebühren für den Auslandsaufenthalt in England zur Vorbereitung des Bachelor-Abschlusses an der University of Northumbria at Newcastle, die Unterrichtsgebühren für den zweimonatigen Aufenthalt an einem Sprachenkolleg in einem Küstenort in Spanien. Nicht eingeschlossen sind die Reise-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten während der Auslandsaufenthalte. Bei Abschluss des Studienvertrages ist eine Einschreibegebühr in Höhe von 100 € fällig. Für Lehrbücher und andere Lernmittel ist für die gesamte Studienzeit mit einem Aufwand von ca. 1000 € zu rechnen.

Die Semesterprüfungsgebühren betragen je Semester 45 € (einschließlich der Gebühren für das Semester-Ticket); die Abschlussprüfungsgebühren im 6. Semester betragen 450 €.



Elite-Diskussion. Erneut.
9.04.2008, 21:18
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Julia Friedrichs verfolgt mich. Vielleicht verfolgt Sie euch ja auch?

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, poste ich heute wieder einen kleinen Beitrag über Soziale Ungerechtigkeit und meinen persönlichen, weiblichen Robin Hood. Vielleicht fallen mir die Artikel dadurch eher auf, dass ich mich schon länger über Oberschichten-Klüngelbildung aufrege (auch, wenn ich es nicht schaffe, das so kreativ und reflektiert zu verpacken wie sie), oder weil an meiner Uni schon diejenigen zur „Elite“ gehören, die einen Wagen besitzen, der jünger als sechs Jahre ist. Zumindest nagt das Thema derzeit an mir.

In der aktuellen Galore (die hier in Form einer freundlichen Leihgabe auf meinem Schreibtisch liegt – Danke!), äußert sich Julia Friedrichs zu Ihrem Buch, zu sozialer Ungerechtigkeit und dem relativ schwierigeren Aufstieg derer, die nicht mit dem Goldenen Löffel im Mund geboren sind. Wie gewoht, ein tolles Interview mit spannenden Einblicken in die „Parallelwelt“ von Salem, McK und Co.



Julia Friedrichs und die Eliten-Diskussion: Auszüge
7.04.2008, 21:26
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Das Thema mit der Elitendiskussion lässt mich nicht los, und anhand der Rückmeldungen schließe ich, dass auch Andere sich sehr angesprochen fühlen. Für all die, die nicht gründlich genug Spiegel-Online gelesen haben, gibt’s hier Auszüge aus J. Friedrichs neuem Eliten-Buch.



Aus gutem Haus
7.04.2008, 15:41
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Ohne Worte.
via Zeit.de



Julia Friedrichs und die Diskussion über Eliten
1.04.2008, 18:16
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Vielleicht erinnert sich noch der Eine oder Andere von euch an die „Legende“ von der jungen Journalistin, die durch alle McKinsey-Assesments gerauscht ist, um an Ende ein 65000 Euro-Jahresgehalt und die feierliche Aufnahme in die deutsche „Elite“ auszuschlagen?

Diese junge Journalistin heißt Julia Friedrichs und hat jüngst das Thema des Elitenklüngels mit ihrem Buch Gestatten: Elite wieder aufgenommen. Der Spiegel spricht mit ihr über Minderleister, die Rolle von Eliten-Ausbildung, und die Eliten von morgen.